zirkus/circus

Zirkus leben, vorstelung,ab auf Bau

Die Schreibweise „Circus“ benutzen die meisten Zirkusse wegen des lateinischen Ursprungs, zum Beispiel im Eigennamen „Circus Krone“. Das deutsche Wort Zirkus leitet sich vom griechischen kírkos oder lateinischen circus (‚Kreis‘) her. Beide Begriffe bezeichneten im antiken Griechenland und Rom eine kreis- oder ellipsenförmige Arena, in der in erster Linie Wagenrennen und seltener Tierkämpfe der Gladiatoren stattfanden (z. B. Circus Maximus). Mehr als die Form der „Bühne“ hat der neuzeitliche Zirkus mit dem antiken Circus nicht gemeinsam.

Zirkus im festen Gebäude oder im Zelt

Der klassische in Europa bekannte Zirkus ist der Wanderzirkus: Er ist oftmals ein Familienunternehmen, das mit einem Zirkuszelt, auch als Chapiteau bezeichnet, von Ort zu Ort zieht. Das Zirkuszelt, das heute für die meisten Menschen selbstverständlich zum Zirkus gehört, gab es allgemein erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zuvor mussten Zirkusvorstellungen in provisorisch errichteten Schaubuden, in Theatergebäuden oder im Freien abgehalten werden.

Die Bezeichnung Zirkus leitet sich von der Form der „Bühne“ ab, der runden Manege. Seit Philip Astley, dem britischen Begründer des modernen Zirkus, werden Manegen meistens mit einem Durchmesser von knapp 13 Metern (genauer: 14 Yards bzw. 42 Fuß = 12,8016 Meter) gewählt, da dies ein perfektes Maß ist, um ein Pferd im Kreis laufen zu lassen. Bei zu kleinen Manegen legt sich das Pferd zu sehr in die Kurve, für einen Reiter sind akrobatische Darbietungen dann kaum möglich. Die Manege ist im Regelfall von einem ca. 50 cm hohen Manegenkasten (auch „Piste“ genannt) umgeben. Während die Manege früher oft mit Sand gefüllt war, werden seit Anfang des 20. Jahrhunderts Sägespäne als Einstreu genutzt, deren Geruch sich heute kaum mehr vom Zirkuserlebnis trennen lässt. Für artistische Darbietungen wird darüber häufig ein sogenannter Manegenteppich ausgerollt. Zirkusse, die auf Tierdarbietungen verzichten, nutzen häufig Bretterböden ohne Sägespäne; auch andere Formen der Manege und Manegen mit kleineren Durchmessern sind möglich.

Der Kronebau in München
Gebäude des Cirque d’hiver in Paris; eines der letzten festen Zirkusgebäude in Europa

Neben den Wanderzirkussen gibt es noch vereinzelt Zirkusse mit festen Gebäuden. Zirkusgebäude sind oft rund oder oval wie ein Amphitheater. Moderne fixe Zirkusgebäude, die ein ganzjähriges Zirkusprogramm beherbergen, gibt es noch in den ehemals sozialistischen Staaten, etwa den Hauptstädtischen Großzirkus im Budapester Stadtwäldchen und insbesondere in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (wie in Riga, Chișinău, Moskau oder Taschkent).

In Frankreich gibt es noch eine Reihe fester Zirkusgebäude, die nur noch teilweise als Zirkus genutzt werden, wie den Pariser Cirque d’hiver. In München unterhält der Circus Krone mit dem Kronebau eine feste Spielstätte, die vor allem während der Tourneepausen im Winter für Circusprogramme genutzt wird und außerhalb dieser Spielzeiten für andere Veranstaltungen gebucht werden kann.

Historisch bedeutsam sind unter anderem die Zirkusbauten des Circus Renz, des Circus Sarrasani, des Circus Busch und des Circus Schumann. Das Theater Carré in Amsterdam war ursprünglich ein reines Zirkusunternehmen.

Geschichte

Zirkus um 1891, Gemälde von Arturo Michelena

Die Entstehung des Zirkus ist vor allen Dingen eine Geschichte von einzelnen Zirkus-Dynastien, also Artistenfamilien und -gruppen. In seiner Geschichte hat der Zirkus zahlreiche Wandlungen erfahren: sowohl in seiner äußeren Gestalt – vom festen Zirkusbau über die Wandermenagerien zum flexiblen Chapiteau bis hin zu Theaterbühnen – als auch in der Form seiner Darbietungen – vom Pferdetheater über monumentale Pantomimen zum Cirque Nouveau.

Als Vater des klassischen Zirkus gilt Philip Astley (1742–1814). Die ursprünglich dargebotene Kunst waren Pferdedressuren, weitere Artisten folgten. „Wilde“ und exotische Tiere waren eine relativ späte Neuerung. Unterschiedliche Gewichtungen je nach Region führten zur Entstehung nationaler Eigenheiten.